
Ich möchte mich mit der Innenarchitektur mehr auseinanderzusetzen, um Trends zu erkennen, dies in meiner Planung mit zu berücksichtigen und etwas dazuzulernen. Also fragte ich meine geschätzte Mentorin Petra Diewald, als langjährige Innenarichtektin, was zu tun ist. Sie empfahl mir, zu den Messen zu gehen.
Gesagt. Getan.
Die erste Messe, die ich besucht habe, war die Maison et Objet in Paris. 7 Hallen, also ca. 14 Fussballplätze voll mit Ausstellungsstücken. Es war viel, wirklich sehr viel. Am ersten Tag war ich so beeindruckt von der Masse, Auswahl, Qualität, der Präsenz und Relevanz. Mich hat die Ausstellung, die Menschen, alles wahnsinnig fasziniert.
Das Thema Nachhaltigkeit nur sehr selten hervorgehoben, doch sicher würde ich dies am kommenden Tag mehr davon entdecken und erfahren.

Am zweiten Tag konnte ich meine Eindrücke in ein Verhältnis setzen und überdenken, was ich hier sehe.
Natürlich macht es Spaß, sich all die schönen Gegenstände anzuschauen. Auch ich verfalle den Träumen und Gedanken, all diese schönen Teile kaufen zu wollen, für die vielen großen, luxuriösen Häuser und Wohnungen. Ich träume von Lebensumständen, bei denen es auf Geld und Platz nicht ankommt und all diese Möbel und Accessoires Platz finden. Doch dann kommt der Moment, wo man wieder wach wird und feststellt, dass der Lebensstil dies nie erlauben wird, geschweige denn soll. Es wird aber auch deutlich, dass gefühlt 98 % der restlichen Bevölkerung sich dies ebenfalls nicht leisten können. Es geht dabei weniger um die Preise der Einzelteile, sondern vielmehr um um das Drumherum, dass die Möbel erfordern. Die Sofas, Couchtische und Leuchten brauchen viel Platz und Raumhöhe. Die Außenmöbel, Feuerschalen und Blumentöpfe in Menschengröße bedingen eine große Terrasse oder einen ebenfalls großen Garten.

Bei der Messe dreht sich also alles um den Überfluss. Es ist ein Überfluss an Zeug.
Zu guter Letzt wird dann nicht mal auf die Ressourcen geachtet. Stattdessen wird damit geworben, dass um die Welt geflogen wird, um faszinierende Einzelteile zu finden. Es wird damit geworben, dass die besten Produzenten in China, Vietnam, Iran und Indonesien die Lampen, Teppiche und Stühle produziert haben.
Was ist das also für eine Messe? Eine Bubble von Reichen für Reiche? Vielleicht sogar ein anderer Planet? Immerhin spielt hier Klimawandel und Ressourcenschonung keine Rolle.

Nun bin ich in Stockholm, auf der Stockholm Furniture Fair und werde hier ebenfalls suchen, nach dem guten Willen und der Sicherheit, dass auch im Möbelbereich die Sorge um unser Klima angekommen ist. Ich weiß, dass Firmen, wie FDB Mobler und Carl Hansen & Son auf die Regionalität und Qualität des zu verarbeiteten Holzes achten. Dies lässt also hoffen, dass in Skandinavien mehr Bewusstsein für die Dringlichkeit des Umdenkens herrscht.