Dankbarkeit so weit der Horizont reicht

Nach zwei Tagen zwischen Menschenmassen in Venedig, mit Dusche, normalen Toiletten, dauerhaftem Strom und ausgiebigem Essen konnte ich die Reise von Hinterriss nach Alleghe nochmal Revue passieren lassen.

Ganz klar ist, dass die Reise großartig war, wir die Tage nicht missen wollen und bereits Ideen haben, wo man als Nächstes entlanglaufen könnte.

Kennt Ihr das, wenn Ihr am Strand, am Pool oder sonst wo liegt und Euer Kopf ist trotzdem die ganze Zeit am Rotieren, wo Ihr womöglich was vergessen habt, der Job gerade steht, was Ihr womöglich Euren Kollegen noch sagen müsst oder was Ihr für Vorsätze habt, wenn Ihr wieder zu Hause seid?? Im Vergleich zum üblichen Ausruh-Urlaub ist dieser lange Hütten-Hopping Trip eine besondere Art der Entschleunigung und des Kopf ausschaltens. Solche Gedanken wie am Strand kann man sich gar nicht machen. In den ersten Tagen ists eher eine Art Überlebenskampf mit seinem Körper und all den Schmerzen, die man fühlt. Da ist keine Zeit für Gedanken in den heimatlichen Alltag. Wenn auch noch der Telefonempfang fehlt, gibts auch keine Mails zu checken. Es gibt keine Eile, keine Termine, keinen Stau oder andere Stressfaktoren des Urlaubs.

Die Hütten und entsprechenden Umstände auf 2000 m und höher bringt einen in einer besonderen Weise auf den Boden der Tatsachen zurück. Dort wird uns gelehrt, dass es eben doch nicht normal ist, von dauerhaftem Strom und Annehmlichkeiten wie Wasser, Duschen und Toiletten ausgehen kann. Vielmehr korrigiert es die Sichtweise, sodass man auch hierfür immer mal wieder dankbar sein darf.

Die Ruhe in den Bergen ist ein Geschenk. Das bekommt man vielleicht noch in seinen eigenen vier Wänden, sofern man die Nachbarn nicht hört, aber ansonsten ist immer Trubel um einen herum. Diese Pause ist einige Wege und Tage wert. Darüber hinaus erweitert dieser weite Blick, die massiven Bergketten und die frische Luft den eigenen Horizont auf eine ganz besondere Art und Weise.

Zu guter Letzt mag die italienische Kultur zwar manchmal anstrengend sein, wenn die riesen Gruppen so laut quatschen, mit ausgestreckten Arm „facetimen“ und dabei Berge besteigen oder sich weigern, auch nur ein Wort englisch zu sprechen. Trotzdem glaub ich, dass man sich einiges abschauen kann, von der Geselligkeit, der Offenheit und dem Miteinander. Es wirkt, als seien nicht so viele Menschen einsam, weil alle irgendwie schnell Anschluss finden.

Rundum hat diese Reise so seine Aufgaben, Hürden, aber auch besonderen Facetten, die diesen Trip so unverwechselbar und glücklich hat werden lassen.

Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte, wir das gemeinsam erleben konnten.

Ich bin dankbar für den Luxus, in dem wir leben, in dem alles abrufbar ist.

Ich bin dankbar, dass wir gesund sind. Ich bin dankbar für diese vielen netten Leute, die wir kennenlernen durften.

Schee wars😉

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