Nasse Angelegenheit

Tag 15 – Sonntag

So eine ausgiebige, dauerhaft warme, kostenlose Dusche weiß man erst zu schätzen, wenn man schonmal minutenweise die Euros außerhalb der Dusche in einen Kasten werfen musste. Entsprechend hab ich die Dusche im Hotel richtig genossen und mich danach wieder wie ein Mensch gefühlt.

Heut Morgen wurde nun auch ein Plan gemacht. Wir laufen heut hoch zum Rifugio Tissi und am nächsten Tag irgendwo wieder ab, steigen in einen Bus und fahren nach Belluno. Von dort gehts, nach einer kleinen Pause, weiter nach Venedig. Heut also letzter richtiger Wandertag und danach etwas italienische Dolce Vita, bevor es heimgeht und zum nächsten Reiseabenteuer.

Also wurde ausgiebig gefrühstückt und dann von Sottoguda nach Alleghe gelaufen, im Anschluss gings hoch zum Refugio Tissi.

Leider war das Wetter heut mehr als durchwachsen, sodass wir bereits um 10 Uhr die erste Kaffeepause machen mussten, um abzuwarten, bis das Gewitter vorbeizieht.

Nach ca. 10 km in Alleghe angekommen – eine der unspektakulärsten Abschnitte unserer Reise – fing es natürlich direkt wieder an zu regnen. Also sprangen wir in die Gondel und ließen uns zur Mittelstation hochbringen.

Oben angekommen, erstmal wieder Halt in der Hütte – Mittagessen und wieder abwarten, bis der Regen aufhört.

Dann ging es los… wollen wir nicht heut schon abbrechen und direkt nach Venedig? Dort wären jetzt 28 Grad und Sonne. Nein, wir ziehen das durch.

Oder wollen wir doch los? Wann geht der nächste Bus…

Es hörte also eine Sekunde auf zu regnen und wir liefen los. Nix, wieder runter nach Venedig… Abmarsch nach oben. 7 km, knapp 700 Höhenmeter hoch und ca 380 Höhenmeter herunter, gut 3 Stunden. Da bleiben wir ja nie trocken.

So kam es auch. Entweder war es zu warm und wir waren von innen nass oder es lief unter unseren Füssen das Wasser entlang der Wege oder es kam von oben. Gern auch alles drei zusammen.

Kurze Regenpause
Wie Sie sehen, sehen Sie nix

Einer der beiden Steinböcke wollte aber nach oben, die andere zog also mit.

Endlich oben angekommen – zu Pausen lud der Weg und die Umstände ja leider nicht mehr ein – saß Sebastian nun dort, seit ein paar Tagen mit seiner Frau on tour.

Die Leute auf der Hütte waren alle freundlich, alles andere war etwas kalt. Also zacki aus den nassen Sachen raus, rein in trockene und dann wurden Karten gespielt und zu Abend gegessen.

Das Duschen haben wir uns gespart, nachdem wir gesehen haben, dass es nur stehende Toiletten gibt. Für Männer ja vielleicht ganz witzig, für Mädels echt nur mühsam. Heut morgen war ich noch dankbar für die Dusche, heut Abend auch noch für eine simple Kloschüssel.

Immerhin gabs nen Vierer-Zimmer für uns zwei.

Wir hoffen also auf gutes Wetter am nächsten Morgen, damit wir zumindest auf einem Weg sehen können, was um uns herum ist. Wir werden die selbe Strecke wieder zurücklaufen, weil es sonst keine Bushaltestelle in der Nähe gibt.

Wir trocknen also noch ein bisschen.

Liebe Grüsse,

Alex und Lotte

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