Tag 14 – Samstag
Heut war ein durchwachsener Start in den Tag. Nachdem es in der Nacht sooo krass gewittert und gestürmt hat, hingen auch noch am Morgen die Regenwolken über den Bergen. Das Frühstück war auf ein Genaustes abgezählt, satt wurde eigentlich niemand. Trinkwasser gabs auch nicht aus dem Hahn. Alles etwas mühsam.
Wir ließen uns dennoch Zeit und warteten noch eine Stunde, bis sich die Sonne zeigte und liefen dann los. Draußen war es mittlerweile trocken, aber unglaublich kalt und windig. Also wurde geflitzt, um warm zu werden.
Nach den ersten 40 Minuten schien nun endlich die Sonne und wir genossen einen Kaffee an der Pordoi Scharte.

Danach ging es steil bergab.


Den wütenden Wirt oben an der Scharte haben wir noch die halbe Strecke über nach unten gehört. Was auch immer in ihn gefahren ist, er war sauer, stand oben an seinem Lebensmittelaufzug und schimpfte lauthals ins Tal hinunter.
Wir hatten uns heut mal vorgenommen, die Tour zu genießen und eher mal ne Pause zu machen, als durchzuhetzen. Entsprechend gabs an dem Pordoi Joch, einem kleinen Touri-Ort und Startpunkt für Tagestouren eine Hollunderschorle.

Danach gings hoch – entspannte ca 250 Höhenmeter, weiter Richtung Rifugio Viel dal Pan. Das ganze Gebiet ist sowohl im Sommer als auch Winter gut erschlossen und läd zu Tagestouren und im Winter zum Ski fahren ein. Entsprechend waren zwar viele Tagestouristen unterwegs, es gab aber auch genug Platz für alle.

Was auffällt: die Italiener haben Hunde und die Hunde kommen mit, überall hin. Mit Wanderschuhen an den Pfoten oder Ohne, im Rucksack oder an der Leine, mit oder ohne Maulkorb, groß oder klein. Überall sind die Hunde mit an der Leine.
Am Viel al Pan gabs die nächste Pause: Mittagessen stand an.
Ab jetzt: Marsch nach unten. Wir müssen hinunter ins Tal und verlieren unsere ganzen Höhenmeter. Es ging also, die ganze Zeit mit Blick auf den Marmolada, nach unten zum Lago die Fedaia, einen Stausee, der ziemlich leer wirkte. Von dort ging es über schneefreie Pisten, entlang von stillgelegten Schlepp- und Sesselliften immer weiter hinunter.


Unser Ziel war heut ein Hotel in Sottoguda. Das ist etwa die Hälfte der nächsten Etappe, sodass wir hier 1 1/2 Etappen laufen können, um etwas schneller zu sein.
Leider war ein Teil des Weges gesperrt, sodass wir entlang der Passstraße und durch Tunnel laufen mussten. Spätestens da merkte man, dass den Italienern das Auto eindeutig wichtiger ist, als der Fußgänger😉

Alex war langweilig. Das waren zwar in Summe 18 km, aber nur bergab und auf komischen Wegen, sodass es nichts zu tun und zu gucken gab. Wer hätt am Anfang gedacht, dass wir uns auf ansteigende Wege und Klettersteige freuen. Wir fühlen aber auch, dass das Ende dieser Reise naht. Heut müssen wir planen, wie die kommenden Tage aussehen sollen, entscheiden, wo wir in den kommenden Nächten schlafen.
Sottoguda hingegen war ein wirklich niedliches Örtchen, abgeschieden von der Hauptstraße, alten Bauernhäusern und noch gepflasterten Wegen und Straßen, wo nur selten ein Auto durchfährt, eine kleine, weiße Kapelle in der Mitte und das Rauschen eines Bachs. Es konnt kaum niedlicher sein. Dort haben wir in einem kleinen Hotel geschlafen, dass ein wirklich schönes Zimmer für uns hatte, sowie Abendessen und Frühstück.



Es ist schön zu sehen, wie es hier in der Kultur üblich ist, sich über mehrere Tische quer zu unterhalten. Dadurch ist alles lebhafter und gerade die Oldies haben dadurch immer Anschluss. Das ist wirklich eine Art, die wir uns abschauen sollten.
Schluss für heut. Morgen gehts wieder die Hälfte einer Etappe, runter nach Alleghe, und dann mit der Seilbahn hoch und anschließend nochmal 3 1/2 Stunden den Berg rauf. Das Wetter ist leider nicht besonders gut angesagt. Mal sehen, wie also alles wird.
Liebe Grüsse aus den südlichen Dolomiten,
Lotte und Alex