Auf gehts, ab gehts…

Jedes Mal, wenn ich wieder auf meinem Blog aktiv werde, sind meine ersten Gedanken, dass ich doch so gern schreibe, es dennoch viel zu selten tue. Es hat in meinem Leben nicht die notwendige Priorität, um hier meine Beiträge zu pflegen. Dabei macht es mir solch einen Spaß. Naja. Schluss mit dem Gejammer. Die Einzige, die daran etwas ändern kann, bin ja nunmal ich selbst.

Ich hab ja auch einem anderen Projekt mehr Aufmerksamkeit geschenkt: der Alpenüberquerung. Es wurde mit der Personaltrainerin Franzi aus Ulm trainiert, es wurde auf dem Ergometer geschwitzt, es wurde Profikleidung und ein Rucksack gekauft, Listen geschrieben, und vieles mehr. Nun ist es soweit. Heut steht die erste Etappe an.

Man könnte sich jetzt fragen, warum ich dann Zeit habe, morgens auf meinem Telefon einen Beitrag zu schreiben… ganz einfach: es schüttet da draußen wie aus Kübeln. Es hört einfach nicht auf, wird nicht mal weniger. Laut Wetterbericht soll es gegen Mittag zumindest weniger werden, also wird der Start nach hinten verschoben. So oder so. Es wird heut ein nasses Vergnügen.

Doch erstmal zurück zum Anfang. Die letzten zwei Tage wurde der Rucksack gepackt. Alles wurde akribisch hinterfragt und zusammengesammelt. Ich hab nochmal ausgiebig geduscht und das letzte Mal Parfum aufgelegt.

Einmal alles in den Rucksack bitte

Die Aufregung stieg spätestens, als ich mich umzog und nun wirklich in meiner Regenhose und meiner Jacke in der Wohnung stand und startklar war. „Heieiei. Wirklich ja? Alpenüberquerung? Ich Nordlicht zwischen den Bergziegen? Ich knapp drei Wochen ohne meinen Kleiderschrank, einer heißen Dusche und vielen anderen Bequemlichkeiten?!“

Ja. Genau das steht jetzt an. Schuhe an, Rucksack auf, Stöcke in die Hand und los gehts.

Abfahrt. Mit dem Taxi zum Bahnhof, mit dem Zug nach München, umsteigen in die Regionalbahn und ab nach Lenggries. Von dort gings weiter mit dem Bus über die deutsch-österreichische Grenze nach Hinterriss.

Zwei einsame Rucksäcke am Bahnhof
Überall Wasser

Im Gasthof zur Post gabs Tiroler Abendessen mit Pressknödelsuppe und Wildbratwurst mit Sauerkraut – alles Speisen, die ich zum ersten Mal in meinem Leben aß.

Heut morgen gabs eine große Stärkung am Frühstücksbuffet, gleich werden noch ein paar Rückenübungen gemacht und dann gehts los.

Heut: ca. 840 Höhenmeter, ca. 15 km, hoch zum Karwendelhaus. Der Wirt macht das angeblich in 3 Stunden. Wir kalkulieren mal 5 Stunden. Wie gesagt… ich Nordlicht liebe die Berge, bin sie aber nicht so gewöhnt, wie die Bergziegen hier unten im Süden.

Bock? Ja. Nervös? Ja. Wehwehchen, die die Reise verkomplizieren könnten?! NEEEEIIINNN… bei mir doch nicht.

Wird schon. Irgendwie. Und wenns lange dauert.

Achso… das Ziel?! Es gibt im Prinzip 2. Zum Einen haben wir genau 17 Wandertage, die wir durchhalten wollen und einigermaßen fit und fröhlich am 03. August irgendwo ankommen. Zweites Ziel: am 04. August geht die Fahrt nach Venedig, von wo auch immer, wir am 03. angekommen sind.

Ein letztes noch: Ja. Wir. Alex und ich laufen gemeinsam. Alex ist ein Steinbock durch und durch, liebt das Kraxeln und wird unfassbar fröhlich, wenn es körperlich anstrengend wird, während ich nörgelig und zickig werde, weil ich mich über mich, meine Kondition, den Berg, den Rucksack und vieles anderes mehr ärgere.

Los gehts also. Drückt uns die Daumen. Schickt mir Kraft und Geduld. Wir freuen uns, wenn Ihr Euch meldet und an unserem Abenteuer teilhabt, egal über welchen Kanal.

Eure Lotte

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