Up and Down 2.0

Ein letztes Mal Ruhe und allein für die nächsten Tage. Ich habe gerade mein Hotelzimmer bezogen. Was eine Tortur. Aber nun chronologisch.

Zunächst musst ich feststellen, dass ich diese Gefühle des Up and Down und die entsprechende Überschrift vor etwas mehr als 1 1/2 Jahren bereits einmal hatte. Der Kreis schließt sich also irgendwie.

Ich hab mir heut Bilbao angeschaut. Was eine niedliche Stadt, eingerahmt von einer kleinen Bergkette und durchzogen von einem Fluss. Viele Gassen, viele kleine Tapasrestaurants, unheimlich viele kleine Plätze und Parks mit Spielplätzen. Viele Menschen. Die Stadt ist voll. Unglaublich.

Ich bin direkt zum Guggenheim Museum gelaufen, um mir den Frank Gehry Bau aus der Nähe anzuschauen. Ein beeindruckendes Gebäude der 90er Jahre. Damals gab es noch nicht die Technologien von heut und dennoch hat es eine unheimliche Vielfalt an speziellen Ecken und Kanten. Runder Naturstein, gerundetes Glas, ganz unterschiedliche Räume, wirklich imposant. Hier und da sieht man bei Materialwechsel oder ineinanderschiebenden Wänden, dass der Standard der Technik ein anderer war, dennoch ist es beeindruckend.

Es gibt einige feste Ausstellungen. Die von Richard Serra hat mich besonders beeindruckt. Dieser geschwungene Kortenstahl, die Räume, die so unterschiedlich auf einen wirken. Wirklich toll.

Danach gings auf Hotelsuche. Ich bin fleissig durch die Straßen gelaufen und habe exakt KEIN Hotel auf Anhieb gefunden. Irgendwann kam mir der Tourist Information Desk zur Hilfe mit einer Liste, einer Karte, einer Akkuladestation und auch noch einem kostenlosen Infobuch zum Camino del Norte.

Ein Hotel ausgemacht, im Internet die Bilder gesehen. Für gut befunden. Rein. Bezahlt. Aufs Zimmer…. nach 5 min wieder raus. Zur Rezeption. Beschwert. Nächstes Zimmer. Rein…. Nach 60 sek wieder raus, runter, storniert und raus aus dem Hotel. Solch kleine Zimmer sind mir dank Motel One Erfahrungen ja bereits bekannt. Aber das die dann so stinken müssen?! Ein Mix aus Fluppe, nassem Hund und Raumdeo ist nicht auszuhalten. Nicht mal für mich.

Danach war dann auch bei mir ein Tiefpunkt erreicht. Es war nämlich bereits 20:30. Handyakku war wieder kurz vor leer und die kleinen B&B’s waren fully booked oder hatten keine geöffnete Rezeption. Am Ende hab ich mich in ein grösseres Hotel am Bahnhof einquartiert und bin happy.

Morgen… werde ich das handhaben wie beim Münzwurf. Kommt der Rucksack so rechzeitig an, dass ich nach Logrono komme, mache ich das. Kommt er zu spät, lauf ich einfach den Camino del Norte. Das Schicksal, der liebe Gott, das Karma… irgendjemand entscheidet.

Ich mach jetzt Schluss für heute. Hätt ich meinen Rucksack und entsprechend die Sneakers und noch ein weiteres Tshirt zum Anziehen, hätt ich mich nochmal in den Trubel der Straßen gestürzt, aber mit meinen Wanderboots bin ich heut genug durch die Stadt gelaufen.

Hier noch der Spruch des Tages aus meinem Abrisskalender und ein Spruch, der gut vorbereitet, mindestens für die kommenden Tage.

1.

Ein unschätzbarer Vorteil am Älterwerden:

Du musstest schon zu oft deine Meinung korrigieren, um noch einmal ernsthaft auf den Gedanken hereinzufallen, du hättest jetzt alles verstanden.

2.

Was würde geschehen, wenn wir alle, bevor wir jemanden verurteilen, innehalten und uns fragten: „Was hat dies mit uns zu tun?!“

Ein letztes noch, extra weit unten, damit nicht mehr jeder dabei ist. Jetzt wirds nämlich ein bisschen ekelig und direkt:

Alberto, der Mann an der Rezeption hatte einen riesigen Pickel auf der Stirn. Ich kann immer nicht glauben, dass es Menschen gibt, die die Ruhe und Geduld behalten können und nicht anfangen zu pulen. Man. Der war so 5nach 12. Den kann man doch nicht auf der Stirn lassen. Als Mann an vorderster Front.

Hinterlasse einen Kommentar