In den letzten Wochen habe ich viele Foren, Bücher und den Reiseführer zur Vorbereitung durchgearbeitet. Ich weiß, worauf ich mich einlasse…Naja… So ungefähr zumindest.
Der Rucksack ist nun gepackt, der kleine Koffer für den abschliessenden Städtetrip auch.
Um 6:30 heut morgen ging mein Abenteuer los. Mit Stop über München war ich auf dem Weg nach Madrid. Im Flieger fiel mir auf, was ich alles NICHT gemacht oder bedacht habe.
Ich habe NICHT ein Jahr vorher begonnen zu planen. Ich habe NICHT einmal meinen vollen Rucksack gewogen. Ich war NICHT beim Arzt oder Zahnarzt. Ich habe NICHT mit meinen neuen Schuhen und dem gepackten Rucksack trainiert. Ich habe mir KEINE Treckinghose mit Reißverschluss gekauft.
Ständig werde ich gefragt, warum ich das eigentlich mache? Warum laufe ich auf dem Jakobsweg??
Tja… Ich weiß es nicht. Vielleicht gilt es, genau das herauszufinden. Ich wollt mir vorher keine Aufgabe geben. Mit dem Druck nach Spanien zu fliegen, um von meiner Schoki-Sucht wegzukommen oder den Sinn meines Lebens zu ergründen, halte ich für belastend. Davon abgesegen ist das mit der Schoki-Sucht eh ein unlösbares Projekt und den Sinn meines Lebens erarbeite ich nur mit meinem Mann, denn unser Leben soll ja GEMEINSAM einen Sinn haben.
Ich möchte herausfinden, was daran so begehrenswert ist, mit ca 10kg Gepäck auf dem Rücken, etwa 25 km täglich zu wandern, um dann gen Abend in Schlafsälen mit ca 30 Fremden zu übernachten, wovon sicher mindestens Einer oder Eine schnarcht. Warum ist diese Reise ein solcher Hype geworden?
Für Viele ist es eine Herausforderung, allein diesen Weg zu bestreiten. Mit dem Alleinsein hab ich eigentlich kein Problem. Etwas allein zu erarbeiten und zu erleben war schon immer ein Charakterzug von mir.
Andere nehmen den Weg als Anlass, besondere Belastungen und Zeitabschnitte hinter sich zu lassen oder gar von irgendeiner Sucht wegzukommen.
Ich denke, dass für mich die Herausforderung darin besteht, das Handy auszuschalten und nicht minütlich auf neue Whatsapp Nachrichten zu warten. Ich werde lernen müssen, die Stille zu genießen. Darüber hinaus muss ich sehen, wie mein Rücken mit dem Laufen und dem Gepäck klar kommt. Meine größte Hürde wird aber das Duschen und Schlafen werden. Großraumduschen habe ich schon immer versucht zu meiden und immer das Einzelzimmer bevorzugt.
Ich werde es jedenfalls ausprobieren und hier meine Gefühle und Erfahrungen mit Euch teilen.
Der Tipp des Tages:
Kontrolliert immer wieder beim Buchen Eurer Tickets die Angaben. Ich musste 15 min vor Abfahrt meines Zuges feststellen, dass mein Ticket erst in zwei Wochen gültig ist. Reklamieren: nicht hier im Bahnhof – in Berlin. Also… Musste ich ein neues Ticket kaufen.